Was ist “Linkbuilding”?

24. Februar 2009

Externe Suchmaschinenoptimierung

Linkbuilding (englisch für: Linkaufbau) ist ein Kernbegriff aus dem Bereich der externen Suchmaschinenoptimierung (kurz: offsite-SEO [1]). Kurz gesagt geht es beim Linkbuilding darum, Links von anderen Webseiten zu erhalten, um bessere Suchmaschinen-Ergebnis-Positionen (engl. SERPs) für die Webseite zu erreichen. Das offsite-SEO grenzt sich vom onsite-SEO ab. Beim onsite-SEO geht es darum, die Inhalte und die Struktur einer Webseite so zu gestalten, dass die Suchmaschinen sie optimal interpretieren und gute SERPs liefern können.

Gute Voraussetzungen für ein erfolgreiches Linkbuilding:

  • solides Fachwissen – es ist wichtig zu wissen, von welchen Webseiten Links in welcher Darstellung mit welchen Schlüsselbegriffen auf welche Zielseite in welchen zeitlichen Abständen sinnvoll oder wünschenswert sind. (siehe auch Weblinks [A, B])
  • kreatives Vorgehen – mit guten Einfällen kommen viele Links praktisch automatisch. In diesem Bereich helfen auch gute Kenntnisse über kreative Marketingmethoden oder spezielle Webtricks (Guerilla-Marketing, Link-Baits, Partnerprogramme, usw., siehe auch Weblink [B])
  • eine gute Zielwebseite – die besten Optimierungsansätze sind zum Scheitern verurteilt, wenn die zu optimierende Webseite inhaltlich oder onsite SEO-technisch ein großer Haufen Kamelmist ist.
  • die Konkurrenzanalyse – eine wertvolle Quelle für potentielle neue Linkgeber sind die Backlinks der Konkurrenz. Wenn die Linkgeber die Seite der Konkurrenz nützlich finden könnte das gleich ja auch für Ihre Webseite gelten? (siehe auch Weblinks [F])
  • ein gutes eigenes Webseitenportfolio – in vielen Fällen setzt eine Webseite keine Links ohne Gegenleistung. Die Gegenleistung kann darin bestehen, selbst einen vergleichbaren Link auf die Webseite zu setzen. Diese Art des Linktauschs wird von den Suchmaschinen nicht gerne gesehen; gelegentlich bestrafen sie auch Seiten. Um dieses Risiko zu minimieren sollten erfolgreiche Linkbuilder tunlichst nicht im eins-zu-eins-Austausch von ihrer Zielwebseite verlinken, sondern von einer inhaltlich passenden anderen Seite aus ihrem Webseitenportfolio.

Eine abzuratende Maßnahme des Linkbuildings:

  • ein voller Geldbeutel – viele Webseiten vermieten oder verkaufen ihre Links zu externen Seiten. Diese Art des Linkaufbaus ist von den Suchmaschinen untersagt und wird manchmal bestraft, gelegentlich sogar streng bestraft. Bei Webmastern und Webmistresses wird das Thema kontrovers diskutiert. Für einige ist die Linkvermietung eine der wenigen guten Einnahmequellen. Andere sehen sich benachteiligt, weil sie trotz besserer Inhalte schlechtere SERPs erhalten, als andere Webseiten mit gekauften Links. Wer Links kauft oder verkauft sollte allerdings mit Strafen durch die Suchmaschinen rechnen. (siehe auch [2] und Weblinks [C,D])

[1] SEO ist das englische Akronym für: Search Engine Optimization).  SEO hat zum Ziel, die Position einer Webseite in den Suchergebnissen der Suchmaschinen zu verbessern. Für Deutschland beschränken sich SEO-Aktivitäten meistens auf die Suchmaschine Google. In Ländern mit einer geringeren oder ohne Marktführung Google’s werden die Seiten auch für andere Suchmaschinen optimiert.

[2] Ein wohl offensichtliches Beispiel für eine Seite mit Linkvermietung: die hochrangige englischsprachige Webseite bestofjoomla.com bietet auf der rechten Seite sog. “ad spots” (Werbespots) mit dem Hinweis “get your mini ad spot” an. Gegen eine Paypal-Zahlung von monatlich 50 USD können Webmaster hier ihre Seite eintragen lassen. Sie erhalten damit praktisch einen sog. PR-8-Link für 50 Dollar. Die amerikanische Seite für das Webseiten-Verwaltungs-System Joomla ist bei deutschsprachigen Werbern offenbar beliebt; es finden sich heute zum Beispiel deutschsprachige Werbungen für Handies, Kredite, Fernstudien, Nachrichten oder Tagesgeldkontos.

Weblinks

  • [A] Studie zum gezielten Linkaufbau (suchmaschinenoptimierung.de). Das neue Blog von suchmaschinenoptimierung.de berichtet von einem Experiment, in dem 34 ähnlich strukturierte neue Webseiten in einem Zeitraum von 90 Tagen zwischen 100 und über 2000 Links erhalten haben. Der Autor SEOnaldo kommt darin zum Schluss, dass für gute Google-SERPs eine größere Anzahl an Links notwendig sind, und dass es praktisch unabhängig von der Zahl der Links ein beträchtliches Risiko für Abstrafungen durch Google gibt. Die Studie bestätigt andere Webmaster, die für den nachhaltigen Erfolg einer Webseite einen noch deutlich vorsichtigeren Linkaufbau empfehlen.
  • [B] Mindmap zur Offsite-Optimierung (rentaseo.de). Der Autor Matthias stellt hier eine strukturierte Übersicht über das Linkbuilding vor. Die Webseite selbst ist übrigens auch ein Fall einer klassischen Linkbuilding-Strategie: es ist ein sog. Link-Köder (engl. link bait). Die Wirkungsweise von link-baits ist sehr einfach: andere Webseiten verweisen gerne freiwillig auf amüsante oder, wie in diesem Fall, interessante andere Webseiten.
  • [C] Der Blogger Robert Basic zum Linkverkauf (basicthinking.de). Robert ärgert sich darüber, dass es Suchmaschinenstrafen für verkaufte Links gibt. Er möchte am Linkverkauf aus prinzipiellen Gründen festhalten. Er gibt allerdings auch auf den Weg, dass die Finger davon lassen solle, wer Wert auf seinen Google-Pagerank legt.
  • [D] Matt Cutts zur Abstrafung von Google-Japan. In dem zu diesem Beitrag gehörigen Interview (englisch) nimmt der häufig öffentlich auftretende Google-Mitarbeiter Matt Cutts zu einem Vorfall mit bezahlten Links im eigenen Hause Stellung. Demnach hatte die japanische Marketingabteilung bezahlte Aufträge an Blogger gegeben, damit diese über neue Funktionen von Google-Japan berichten. Nachdem dies öffentlich wurde, hat Google die Seiten von Google-Japan streng bestraft. Sie verlieren Domain-Trust und ihr sog. Page-Rank sinkt von 9 auf 5.
  • [E] Julie Joyce über Alternativen zum Linkaufbau. Julie Joyce, Mitbegründerin der SEO Chicks, widmet sich im searchengineland denen ihrer Kunden, die kein Linkbuilding akzeptieren. Kurz gefasst empfiehlt sie ihnen zwei Schwerpunkte aus dem Bereich der onsite-Optimierung: 1. gute Inhalte, die 2. über eine gut durchdachte interne Linkstruktur gut erreichbar sein müssen. Der letzte Tipp geht dann doch in den Bereich des Linkbuildings, nämlich hin zu einer offsite-Optimierung über gute Marketingmaßnahmen (Pressemeldungen, Twitter, Digg etc).
  • [F] SEO-Backlink-Analyse-Tools: das populärste Werkzeug für SEO-Optimierungen dürfte der kostenlos nutzbare Yahoo! Site Explorer sein, der bis zu 1000 aller Backlinks einer Webseite auflistet. Ein besonders für deutsche Webseiten geeignetes Werkzeug ist der kostenpflichtige Backlink-Check der Sistrix GmbH. Für den amerikanischen Markt bietet sich der ebenfalls kostenpflichtige Backlink Checker aus der seomoz SEOToolbox und das Backlink-Tool von Majestic-SEO an.
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