Pingback: bei Verlinkung Rückruf

20. November 2008

Oder: was bedeutet <link rel=”pingback” …>?

Mit dem Pingback-Mechanismus informiert eine Webapplikation eine andere Webseite darüber, dass sie einen Link zur anderen Webseite gesetzt hat.

Der Mechanismus stammt ursprünglich aus dem Blog-Umfeld. Wie kann die Welt eine Replik von Alice zu Bobs Blogartikel lesen, wenn die Welt gar nichts von Alices Replik weiß? Die Lösung liegt darin, dass die Blogs einen Pingback so ähnlich wie einen direkten Benutzerkommentar bewerten und zwischen den direkten Kommentaren auch Auszüge aus den zitierenden Artikeln anzeigen. So bekommen dann sowohl die Autoren, als auch die lesende Community eine Rückmeldung über die Rezeption eines Blogposts.

Pingback-Mechanimus

Stuart Langridge und Ian Hickson haben den Mechanismus im Jahr 2002 erfunden und pflegen die Spezifikation bis heute. Technisch wird der Pingback über einen sogenannten XML-RPC-Aufruf abgewickelt. Das ist dieselbe Technik, die auch hinter dem Nachrichtentransport bei Ajax-Applikationenen steckt.

Eine Webseite muss der Welt anzeigen, dass sie das Pingback-Verfahren unterstützt. Hierzu sollte sie im HTTP-Header (den Kopfzeilen der Serverantwort) genau eine “X-Pingback”-Zeile senden. Falls das nicht geht sollte sie alternativ im Kopfbereich der HTML-Seite genau ein <link rel=”pingback”>-Element eintragen. Sollten fälschlicherweise beide Verfahren genutzt werden, gilt der Eintrag im HTTP-Header. Für unser Blog sähe das wie folgt aus:

HTTP-Header: X-Pingback: http://webmastercoffee.com/blog/xmlrpc.php

HTML-Head: <link rel=”pingback” href=”http://webmastercoffee.com/blog/xmlrpc.php” />

Pingback-Spam

Web-Spammer und Linkaufbau-Spezialisten sehen in dem Mechanismus einen Weg, um schnell und gratis eine große Zahl an Backlinks zu erbeuten. Sie verschicken im Spamverfahren Pingbacks und hoffen darauf, dass die ein oder andere Webseite den Spam unerkannt passieren lässt.

Um am Ende nicht zu dem Dummen zu gehören sollten Webmasterinnen und Webmaster auf den Spamschutz achten und idealerweise die Pingbacks manuell kontrollieren.

Pingback-Ablauf

Ein typischer Ablauf eines Pingbacks für ein Blog:

  1. Alice speichert eine Replik zu einem Artikel von Bob in ihrem Blog ab: “Großartiger Text, Bob!”
  2. Die Blogsoftware von Alice sucht dann nach der Pingback-Adresse im HTTP-Header oder HTML-Head der zitierten Webseite. Sie darf dabei kreativ sein und zum Beispiel zuerst nur einen HEAD-Request an die Webseite schicken
  3. Die Blogsoftware von Alice ruft per XML-RPC die Pingback-Adresse auf und übergibt dabei die zitierende URL und die zitierte URL
  4. Die zitierte Webseite von Bob bestätigt, dass die zitierte URL tatsächlich zu ihr gehört
  5. Die zitierte Webseite von Bob lädt automatisch die zitierende URL von Alice und überprüft, ob dort tatsächlich der angebliche Link zu Bob eingetragen ist
  6. Die zitierte Webseite von Bob hat den Link gefunden und bereitet nun einen Eintrag bei den Kommentaren zu Bobs Artikel vor. Der Eintrag könnte so aussehen: “Alice schreibt hier über Bobs Artikel: Großartiger Text…”. Der Eintrag wird dann Bob zur Freischaltung vorgelegt.
  7. Bob sieht in seiner Liste freizuschaltender Pingbacks den von Alice und veröffentlicht ihn.

Weblinks

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