Facebook macht dumm, krank und süchtig?

27. März 2010

Wer über die Google-Startseite etwas sucht bekommt seit etwa einem Jahr während der Sucheingabe interessante Suchvorschläge präsentiert. Wie diese Vorschläge genau zustande kommen ist nicht ganz klar, es wird aber wohl einen Zusammenhang mit häufig gesuchten Begriffen oder Phrasen geben. Die User hätten demnach ein erstaunlich unterkühltes Verhältnis zu den großen Onlinediensten. Ob nun facebook, Twitter, StudiVZ oder auch Google selbst: alle bekommen ihr Ding weg. Im folgenden ein paar der Suchvorschläge von Google Suggest, angefangen mit Facebook:

Facebook macht dumm?

Bei den facebook-Suchen gehen die Abfragen offenbar in die Richtung von Suchtmitteln. Facebook macht dumm, süchtig und krank: das ist schon harter Stoff. Die Einsicht in die Krankheit gibt es aber auch: “Facebook macht nicht glücklich”.

Macht Facebook dumm oder süchtig?

Die Google-Suchvorschläge für 'facebook macht' lauten: facebook macht dumm, facebook macht süchtig, facebook macht krank, facebook macht Büro in Hamburg auf und schließlich: facebook macht nicht glücklich.

StudiVZ ist tot?

Bei StudiVZ hören sich die Suchen dann eher nach unzufriedenen Usern an. Und wie ist das mit dem scharfen Statement “studivz ist tot”? Soll damit eine gegenüber facebook nachlassende Bedeutung von StudiVZ zum Ausdruck kommen? Oder ist es nur ein Synonym für die anderen vorgeschlagenen Attribute, wie “langsam” und “gesperrt”?

Ist StudiVZ wirklich tot, oder ist es vielleicht gesperrt?

Die Suchvorschläge von Google für 'StudiVZ ist' lassen auf Unzufriedenheiten mit der Performance schließen. An den Suchvorschlägen gemessen wäre studivz langsam, tot oder gerade gesperrt...

Twitter ist doof?

Wenig schmeichelhaft sind auch die Abfragen zu Twitter. Offenbar sehen die einen User keinen Sinn in dem amerikanischen Kurznachrichten-System (“twitter ist doof”, “twitter ist schwachsinn”). Die anderen, die sich nach Recherchen zur Kostenfreiheit des Dienstes (“twitter, ist das kostenlos”) dann doch für Twitter entschieden haben, haben wohl des öfteren mit Überlastungen zu kämpfen (“Twitter ist gerade etwas überlastet”, “Twitter ist tot”).

Ist Twitter doof oder Schwachsinn, und wenn schon, ist der Dienst auch kostenlos?

Googles Suchvorschläge zu 'twitter ist' sind zwigespalten. Die einen User scheinen mit Twitter keine sinnvolle Nutzung verbinden zu können ('twitter ist doof', 'twitter ist schwachsinn'), die anderen kämpfen mit der Performance ('twitter ist gerade etwas überlastet...', 'twitter ist tot').

Wer sich bei einem überlasteten Twitter per Web einloggen möchte bekommt meistens einen von Zwitschervögeln getragenen Twitter-Wal zu sehen. Die berüchtigten Twitter-Tierchen sehen so aus:

Acht rote Vögel tragen einen weißen Wal über einem weiß-roten Dünenkamm

Den Wal zeigt Twitter an, wenn der Zugang über das Web überlastet ist. Die User können dann versuchen, ob die Nutzung über andere Frontends wie z.B. Tweetdeck noch möglich ist

“Google macht mir Angst!”

Und wie sieht es mit dem größten Onlinegiganten der Welt selbst aus, mit Google? Beschwerden über ein zu langsames oder überlastetes System gibt es hier nicht. Dafür aber: Angstzustände. Der erste Vorschlag von Google Suggest lautet: “Google macht mir Angst”. Gleich an zweiter Stelle kommt als Thema der Datenschutz, der offenbar bei Google zu kurz kommt: “Google macht Privates öffentlich”. Zudem macht Google denn wohl auch misstrauisch, krank, doof und dumm dazu. Merkwürdigerweise macht Google auch Fotos – hier ist sicherlich die Streetview angesprochen – und dann zu guter Letzt: das Licht aus.

Google macht mir Angst, Google macht krank, Google macht dumm, das volle Programm...

Die Suchvorschläge für Google reichen von 'Google macht mir Angst' über 'Google macht mich misstrauisch' bis hin zu 'Google macht das Licht aus'.

Überraschend kritisch?

Dieser negative Grundtenor macht einen etwas wundern, denn eigentlich hatten sich die deutschen User in den letzten Jahren ja den Ruf eingefangen, beim Umgang mit ihren Daten extrem fahrlässig und sorglos zu sein. Andererseits ist aber auch nicht klar, ob die Fragen tatsächlich im relevanten Maße gestellt werden. Hinzu kommt, dass zufriedene User eines Dienstes seltener einen Anlass sehen werden, um aus Gründen ihrer Zufriedenheit eine Suche zu starten. Wer aber mit einem der Dienste ein Problem hat, sucht eben am Ende bei Google. Sogar wenn es um Google selbst geht…

Weblinks

  • The Things Facebook Causes. Im searchengineland hat sich Danny Sullivan nach Google-Suggest-Vorschlägen über Facebook umgesehen. Demnach verursacht Facebook bei den Amerikanern unter anderem: Scheidungen, Depressionen, Abstürze beim Internet-Explorer, Eifersucht und sogar, uff, Krebs. Immerhin eine gute Sache kann Facebook aber dort auch vorweisen: es sorgt für Spenden! Das wäre doch auch etwas für Deutschland, oder?
  • Newsnetz wiederholt: Facebook macht krank. Zu dem Thema “krank durch Facebook” gibt es seit geraumer Zeit auch eine weniger humoristisch unterlegte Diskussion. Hier stehen Behauptungen im Raum, dass Facebook zu schlechteren Schulnoten führe, gefühllos mache und sogar für Schlaganfälle, Demenz und Krebs verantwortlich sei. Das Magazin netzwertig.com berichtet über die Kontroverse.
Speichern
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google

Schlagworte: , , ,

Kommentieren


Über WebmasterCoffee - Archiv - Impressum